Wir schreiben den Januar 1951. Noch gibt es in Herbede keinen Posaunenchor.
Ideengeber dafür war wohl O. Heimann, der aus Dortmund nach Herbede gezogen war und zuvor selbst in einem Posaunenchor gespielt hat.
Sein Vorschlag, einen Posaunenchor zu gründen, fand bei Pfarrer Stahl offene Ohren und den richtigen Förderer. So stand dann im Kalender von Pastor Stahl am 20. Februar 1951 : 18:30 Uhr Posaunenchorprobe. Das war die Gründung!
Es erforderte viel Einsatz und Arbeit um ein solches Vorhaben durchzuführen. In erster Linie mußte zur Anschaffung von Instrumenten und Noten Geld beschafft werden. Dies wurde durch Spenden von Privatpersonen und Geschäftsleuten, von der Kirchengemeinde, vom Landeskirchenamt, vom Landesjugendamt und mit Hilfe einiger Kollekten zusammengetragen. In der Hauptsache wurden dann alte zum Teil ausgediente Instrumente angekauft, da die Mittel für neue nicht ausreichten. Besonders erwähnenswert ist, daß sowohl die Frauenhilfe als auch der CVJM je ein neues Flügelhorn und die Kirchenkasse eine Tuba stifteten.
Im März 1951 konnte dann die erste Probe des Posaunenchores stattfinden.
Folgende Spieler fanden sich zusammen:
Joseph Otrzonsek – Fritz Oppermann – Pastor Stahl – Wilhelm Heymann – Paul Kuhn – Gustav Roth – Hugo Lieber – August Wittershagen
Der erste Auftritt des Chores war zur 1100-Jahrfeier der Stadt Herbede im Jahre 1951 vor dem Rathaus in der Bahnhofstraße. Geleitet wurden die ersten Zusammenkünfte von Joseph Otrzonsek, bis dann der Chor Bruno Heide junior (18 ?) als ersten Dirigenten bekam. Einige Bläser der ersten Stunde schieden schon bald wieder aus dem Chor aus, da sie mit der für Posaunenchöre üblichen Kuhloschreibweise nicht vertraut wurden.
Als Bruno Heide mit seinem Studium begann übernahm Ortwin Heymann den Chor der jetzt schon nahezu 20 Bläser hatte; als dann auch Ortwin Heymann den Chor aus Gründen des Studiums abgeben mußte, sah sich das Presbyterium gezwungen, einen bezahlten Dirigenten für den Chor finden zu müssen Es wurde Herr Kelischek gewonnen, der aber so hohe Ansprüche stellte, dass einige Bläser nicht mehr zu den Proben kamen oder den Chor sogar verließen. Die Folge war, daß Herr Kelischek nach ungefähr einem Jahr seine Tätigkeit einstellen mußte; der Chor selbst erreichte um diese Zeit etwa 1955 einen Mitgliedertiefststand, so dass manchmal kaum eine Besetzung zusammenkam. In dieser Situation übernahm Herr Martin Lutter aus Witten den Chor; zwei Jahre lang übte er diese Tätigkeit aus. Neue Ideen und viel Engagement brachte ab November 1959 Dieter Hermes in den Chor, der aus dessen Reihen gewählt worden war. Unter seiner Führung nahm der Chor einen gewaltigen Aufschwung und bald zählte er wieder über 20 Mitglieder.
Auf Vorschlag von F. Link hin entstand der Barockchor, der später ebenso Teil des MUSISCHEN RINGS wurde, Wie auch der Posaunenchor, der sich jetzt Instrumentalchor nannte und der Kirchenchor, der den Namen Singekreis annahm. Innerhalb der föderativen Organisation des MRs behielt allerdings jeder Chor seine Eigenständigkeit. Zur Zeit des 25-jährigen Bestehens des PCs, das war im Jahre 1976, hatte der MR noch Bestand.
Ende 1968 schied Dieter Hermes aus der Chorspitze aus, im Januar des folgenden Jahres übernahm Friedhold Link die Leitung der Chöre des MRs. Den Posaunenchor leitet er mit einigen Unterbrechungen bis 1991.

In die lange Zeit der Tätigkeit von Friedhold Link fallen zwei Unterbrechungen, einmal leitete Volker Roth den Chor von März 1984 bis Januar 1987, dann stand Werner von Berg von Juni 1987 bis Januar 1989 an der Chorspitze.
In der Geschichte des Chores gibt es wohl für jeden Bläser und jede Bläserin Ereignisse, die im Erleben so prägend sind, dass man sie nie wieder vergisst. Eins der gewaltigsten Erlebnisse dieser Art ist die Teilnahme an einem Bundesposaunenfest in der Dortmunder Westfalenhalle. Es ist nahezu überwältigend, wenn sich 5000 Bläser und mehr zusammenfinden und die halle mit einem Choral erfüllen. So manch einer wird wohl auch in Erinnerung behalten haben, welchen erhabenen Eindruck es hinterlässt, wenn ein gewaltiges Kirchenraum von Musik erfüllt im Echo ausklingt.
Im Jahre 1969 gab sich der Posaunenchor erstmalig eine Satzung. 1987 erachtete er es für notwendig, sie durch eine Neuformulierung zu ersetzen. Zum Abschluß dieser Chronik sei die Präambel dieser Satzung angeführt, denn sie wird alle weitere Chorarbeit begleiten und bestimmen:

Präambel:

Der Posaunenchor sieht seine Aufgabe in der Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus durch Musik, Wort und Tat. Dies soll geschehen durch Einsatz der musikalischen Gaben seiner Mitglieder nach dem Leitgedanken „Zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen.“