Hallo und herzlich willkommen beim

Posaunenchor der ev. Kirchengemeinde Herbede

Unser Posaunenchor besteht seit 1951 und wird jeher von Ehrenamtlichen geleitet. Unser Repertoire reicht von Barock bis Pop und umfasst natürlich ebenfalls Kirchenmusik und bekannten Märschen, Rock, Pop und Schlagern bis hin zu konzertanter Musik, BigBand-Sound oder klassischen Titeln. – Je nach Anlass.

Wenn Sie:

– mehr über den Posaunenchor Herbede erfahren möchten,

– Lust haben, gemeinsam mit uns zu musizieren, bzw. evtl. ein Instrument bei uns erlernen möchten oder

– einfach nur Interesse an Musik haben

nutzen Sie die Seite oder schauen Sie doch einfach mal Freitags um 19:00 Uhr bei einer Probe im Markuszentrum vorbei!

______________________________________________________________

Am 18. März haben wir unseren langjährigen Tubaspieler Günther Schendel auf seinem letzten Weg musikalisch begleitet. Er war über 50 Jahre lang aktives Mitglied in unserem Chor.

Danke Günther, wir werden dich nicht vergessen. 

Aufsatz in der Festschrift ’50 Jahre Posaunenchor Herbede‘ im Jahr 2001

Günther Schendel – 50 Jahre im Posaunenchor Herbede

Glücklich der Posaunenchor, der 50 Jahre alt wird, und glücklich der Posaunenchor, der immer noch ein Fast-Gründungsmitglied und seit 50 Jahren eben ihn, Günther Schendel, in seinen aktiven Bläserreihen bei sich hat.
In Folge von Ereignissen der letzten Kriegstage hatte Günther Schendel als Siebzehnjähriger zusammen mit seinen Eltern am 20.1.1945 seine Heimat in Freudenthal/Westpreußen verlassen müssen, die wenige Habe war auf dem Pferdewagen verstaut. Eine erste Bleibe fand der gelernte Landwirt in Osten in der Nähe von Stade. Die Anwesenheit eines Posaunenchores in einem Gottesdienst brachte ihn dazu, selbst das Spielen auf einem Blasinstrument zu erlernen. So wurden das Piston (Kornett) und das Kuhlo-Choralbuch seine ersten musikalischen Begleiter.

Weitere Ereignisse, zum Beispiel die Umschulung zum Maurer und die Suche nach Arbeit verschlugen ihn schließlich nach Witten, denn der Ruf war auch bis nach Osten gedrungen – in Westfalen gibt es soviel Arbeit! Seine erste Arbeitsstelle in Witten war die Firma Stuck-, Putz- und Dämmfassaden Viktor Walloschek, wo er bald, wegen guter und überzeugender Arbeit, zum Obermaurer aufstieg. Jahrelang hat er dann später bei der Hochbauunternehmung Heinrich Pfalz gearbeitet. Zwischendurch übernahm er 1959 zusammen mit seiner Frau Brunhilde die Stelle des Hausmeisterehepaares im Helenenstift.
In den gerade gegründeten Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Herbede unter dem Chorleiter Bruno Heide jun. trat Günther Schendel im November 1951 ein, er spielte jetzt in der zweiten Stimme auf dem Kuhlohorn. Als der vom späteren Chorleiter Martin Lutter gespielte Bass frei wurde, wechselte Günther über in den Bass, auch weil ein Posaunenchor ohne diese Stimme eher als flügellahm gelten muss. Sein Markenzeichen wurde jetzt, so um das Jahr 1960, das Helikon, das in eine runde Form gewundene Bassinstrument, das beim Spielen über den Kopf gehoben wirdund dann auf einer Schulter ruht. Immer zog es Günther auch in die Kapelle Rosendahl, der weit über die Stadt Witten hinaus bekannten Blaskapelle – z. B. Wegen der Konzerte auf dem Hohenstein – doch nie entfremdete er sich dabei dem Posaunenchor Herbede, vielmehr pflegte er auf diese Weise zwei musikalische Richtungen von Bläsermusik.
Das Ständchenblasen war zu der Zeit viel verbreiteter als es heute ist, dreißig Ständchen im Jahr waren eher die Regel. Es war aber auch viel beschwerlicher als heute, denn die weiten Wege etwa nach Durchholz oder zum Kämpen hin und zurück wurden gewöhnlich zu Fuß bewältigt, Autos gab es nämlich nur sehr wenige.
Mit dem Verkauf des Helenenstifts durch die Kirchengemeinde an die Stadt Witten wechselte Familie Schendel als Hausmeisterehepaar 1981 hinüber zum Dietrich-Bonhoeffer-Haus, dieser Dienst wurde dann 1995 beendet, und es begann der wohlverdiente Ruhestand.
Keineswegs aber ruhte damit für Günther die Anwesenheit im Posaunenchor. Immer noch, wie all die Jahre hindurch, ist er einer der verlässlichsten Bläser im Chor, mit seiner freundlichen Art des Umgangs miteinander wird er von den älteren wie auch jüngeren Mitgliedern des Chores hoch geschätzt. Als Adoptivopa ist er im Chor vergeben, und die Stelle wird auch wohl nicht frei werden.
Übrigens, das Helikon hat Günther vor Jahren an den Nagel gehängt, um seine Arme um einen nagelneuen Bass legen zu können, das war der Chor ihm in Dankbarkeit schuldig.
Trotzdem wird der Chorvorstand zu einer unangenehmen Verhandlung zusammen treten müssen – es wurden doch erste Beulen im neuen Blech entdeckt!

Heiner Knährich, Bassnachbar